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Ernüchternde Zwischenbilanz

Seit nun eineinhalb Jahren darf sich der Kadett wieder durch den öffentlichen Straßenverkehr bewegen und hat während dieser Zeit lediglich knappe 400 Kilometer abgespult. Spaß hat das bis jetzt, aus mehreren Gründen, nur bedingt gemacht.

Am 16. Juli 2019 hatte ich endlich den Segen der Plakettengötter. Selbstverständlich habe ich mir, wie der eine oder andere von euch sicher auch, ein paar weniger TÜV-relevante Dinge „für nachher“ aufgehoben. Da sind zum Beispiel die Temperatur- und Tankanzeige die, trotz zweitem(!) neuen Spannungsstabilisator, nicht ausschlagen wollen. Auch von der Öldruckanzeige hätte ich mir etwas mehr Euphorie erwünscht, doch der Zeiger wagt sich, egal in welcher Lage, nicht über die 3 Bar hinaus. Hier muss ich mir wohl bei nächster Gelegenheit den Ölpumpendeckel noch mal genauer ansehen. Solange aber bei laufendem Motor die Ölkontrollleuchte aus bleibt, kann ich darüber etwas hinwegsehen.

Was jedoch die Freude am Fahren am meisten trübt, ist ein sehr nervendes Geräusch am Abtriebsstrang. Ungefähr ab dem zweiten Gang heult der Kadett, als hätte er ein gerade verzahntes Renngetriebe. Allerdings trat das bisher immer nur bei Last auf und ließ sich fast noch „überhören“. Meine erste Vermutung, dass es sich hier „nur“ um das Mittellager handelt, zerstreute sich jedoch bei der letzten kurzen Ausfahrt eines Sonntagmorgens. Denn stattdessen scheint das olle 4-Gang-Vorgelege dem Tod geweiht! Auf den letzten 20 Kilometern gingen die Gänge schon immer schwerer rein, was ich naiverweise einem sich lockernden Kupplungszug zuschrieb. Das konnte ich allerdings nach mehrmaliger Prüfung ausschließen. Als ich dann aber an der letzten Ampelkreuzung vor meiner Halle weder im ersten, noch im zweiten, sondern nur noch (mit viel Gewalt und wenig Mitgefühl) im dritten Gang vom Fleck gekommen bin, war mir klar: Nun klopft der Sensenmann an die Getriebeglocke …

Somit fällt mir dann also meine Leichtgläubigkeit von damals auf die Füße. Wie viele Altopelaner ja wissen, sind diese millionenfach gebauten CIH-4-Gang-Getriebe nicht gerade sehr komfortabel, was sich auch in der Beliebtheit und damit auch im Wert wiederspiegelt. Eine Revision dieses Getriebes wäre damals und erst recht heute der Vergoldung eines Schlüsselrings gleichgekommen. Aufgrund meiner begrenzten Mittel damals blieb mir schlussendlich nichts anderes übrig, das Getriebe genauso einzubauen und damit mindestens die erste Saison über die Runden zu bringen. Wohlwissend, dass der wirtschaftliche TotalGetriebeschaden immer mitfährt. Mit meinem Glück war es fast klar, dass dieser schneller eintreten musste, als befürchtet.

Zur Ablösung des dahingerafften Räderwerks liegt bereits seit Herbst 2019 ein Getrag 240 zum Aufarbeiten bereit (Trockeneisstrahlen etc.). Zudem gibt’s naütrlich auch eine passende Kardanwelle (670 mm von Gelenkmitte zu -mitte), eine Schaltkulisse von Splendid Parts und ein Getriebehalter, passend für die originalen ZF-/4-Gang-Aufnahmen am Chassis, bereit (Danke, Christian!). Wenn das alles mal aufgehübscht und wieder zusammengebaut ist, könnte ich mich auch schon auf die Suche nach einer Hebebühne und einer helfenden Hand machen.

Doch damit nicht genug der Probleme. Weiterhin lassen mich sporadische Zündaussetzer im unteren und mittleren Drehzahlbereich rätseln. Bis jetzt habe ich zwei Theorien, die beide elektrischer Natur sind: Zum einen könnte es an möglicherweise korrodierten Kontakten am Luftmassenmesser liegen, oder vielleicht an unzureichendem Massekontakt des Steuergerätes. Ich weiß … warum fahre ich nicht einfach 45er-Weber-Vergaser und spare mir diese Fehlerquelle. Seid euch gewiss, der Umbau auf Vergaser steht schon längst auf der Investitionsliste 😉

Auch die faltige Sitzgarnitur ist mir immer mehr ein Dorn im Auge. Doch das sollte mit einer vernünftigen Unterfütterung der Sitzbezüge zu beheben sein.

Ihr seht, zu tun ist hier noch jede Menge, wenn auch es in den letzten Monaten ganz arg an der Umsetzung klemmt. Doch ich habe die perfekte Ausrede; denn den größten Teil meiner wenigen Freizeit hat sich in erster Linie mein Sohn verdient. Das heißt, es kommen irgendwann auch wieder andere Tage, an denen mal wieder mehr Zeit zum Schrauben da ist.

Mit der Zeit hatte ich mich auch leider irgendwie an den schwarz-polierten ATS-Felgen sattgesehen, weshalb ich im vergangenen Sommer endlich wieder meine umgeschweißten Stahlfelgen mitsamt neuen Pneus auf’s Auto geschraubt habe. Und bevor wieder jemand fragt: Nein, für soetwas gibt’s keine Gutachten. Deswegen: Finger weg von solchem Teufelswerk! 😉

Mit den neuen Felgen ging es dann Ende Juni 2020 auch mal „vor die Tür“, zum allmonatlichen Altblechtreff im Dresdner Elbpark. Bis auf eine kleine Fotorunde an einem schönen Sonntagmorgen, die mit dem oben erwähnten Getriebe-Fiasko endete, war es das auch schon an Ausfahrten in diesem Jahr. Ihr seht, selbst ohne Corona wäre bei mir nix geworden 😀

Aber genug der Jammerei; es kommen auch wieder bessere Zeiten. Und sollten es die Umstände zulassen, stehen noch einige kleine zeitgenössische Umbauten und Ergänzungen ins Haus, von denen ich euch selbstverständlich noch berichten möchte und auch werde. Bis dahin bleibt bitte gesund.

Viele Grüße,
Euer Martin

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