Ausgebremst

So schön es auch ist, die ersten Meter bereits aus eigener Kraft zurückzulegen, so sehr Kopfzerbrechen bereiten mir aktuell die Bremsen. Denn noch tritt man mit dem Pedal ins Leere.

Zu Beginn dieses Bremsen-Kapitels wollte ich die Bremsen ohne fremde Hilfe entlüften. Dazu habe ich mir im Netz ein Bremsenentlüfter-Set á la Eezibleed besorgt. (Anm.: Bevor ich das System hier lang und breit erkläre, schaut euch kurz den Link an.) Eigentlich habe ich ja keine zwei linken Hände voller Daumen, aber mir ist folgendes passiert: Als ich den Behälter an den Reifen angeschlossen habe, hat es den Deckel vom Bremsflüssigkeitsbehälter quasi abgesprengt und die ganze, leider sehr gut Lack-lösende DOT-4-Soße ergoss sich über den Motorraum. Ich habe selten so laut böse Wörter gerufen und tue es immer noch  bei dem Gedanken daran … In Mitleidenschaft gezogen wurden der Bremskraftverstärker, Bremsdruckminderer, Lenksäule, Motorhalter, Längsträger, Achsträger und sogar die Stoßstange. Entweder der Lack hat sich an den schlecht erreichbaren Stellen in Falten gelegt oder ich konnte ihn gleich ganz  vom Metall abwischen 🙁 Es ist immer wieder schön, wenn man sich unnötig Arbeit macht. Aber Jammern hilft ja schließlich auch nicht.
“Geheilt” von diesem China-Mist wollte ich die Bremse nun auf die konventionelle Art und Weise, also zu zweit, gangbar bekommen. Sprich die Bremsen werden rundum entlüftet währenddessen mit dem Bremspedal die Luft “herausgepumpt” wird. Soweit die Theorie. Denn nach drei oder vier Runden um das Auto herumkriechend, endlosem Auf-und-zu und “Merkst du schon einen Widerstand?”-Fragen habe ich entnervt resigniert. Die Bremswirkung in beiden Bremskreisen war exakt Null. Weder vorn, noch hinten hat sich etwas getan.
Also hieß es mal wieder, auf Fehlersuche zu gehen. Undichte Bremsleitungen konnte ich ausschließen, alle Verbindungen waren fest. Ein oft begangener Fehler, dass die Bremssättel seitenverkehrt eingebaut wären, war auch nicht der Fall. Das hätte zur Folge, dass die Entlüftungsnippel unten wären, wodurch keine Luft entweichen kann. Zumal ich dann ja am hinteren Bremskreis alles i.O. sein müsste. Auch das sagenumwobene “Schnüffelspiel” (Spiel zwischen Bremspedal und Kolbenstange des Bremskraftverstärkers) kam als Grund nicht infrage. Das würde man, soweit ich mich informiert habe, nur in Erwägung ziehen, wenn die Bremse nicht mehr vernünftig löst. Somit blieb nach meiner Auffassung als letzte Fehlerquelle nur noch eins übrig: der Hauptbremszylinder. Also habe ich diesen mitsamt Bremskraftverstärker wieder ausgebaut, zerlegt und siehe da: Bremsflüssigkeit wo im Normalfall keine hingehört! Das bedeutet, das darin mindestens eine Dichtung hinüber ist und ich mit jedem Tritt auf’s Pedal immer ein bisschen Bremsflüssigkeit in Richtung BKV gepumpt habe … Der dadurch verursachte Lackschaden fällt nicht weiter ins Gewicht, da die Lackierung ja bereits an anderer Stelle hinüber war.

 

Damit fiel es mir nun auf die Füße, dass ich den Hauptbremszylinder damals, naiv wie ich war, weder zerlegt, noch gegen einen neuen ersetzt habe. Ganz nach dem Motto “Er funktionierte ja bis zum Ausbau noch …”, bekam er lediglich außen neue Farbe. Also war nun der Zeitpunkt gekommen, sich nach einem neuen Hauptbremszylinder umzusehen. Wenn man einmal die richtige Teile-Nummer (ATE 03.2120-1981.3 010105) recherchiert hat, wird man im Netz schnell fündig. Allerdings schwanken die Preise sehr stark: zwischen 120 und fast 300 Euro, für ein und dasselbe Teil. Der günstigste Teilehändler war so dermaßen von meiner Bestellung überrascht, dass er gar nicht erst liefern konnte und meine Order storniert hat. Der nächste Versuch bei Händler Nr. 2 für 170 Euro hat dann geklappt. Nun wird erstmal der Bremskraftverstärker neu lackiert und dann geht’s hier weiter.

 

Damit es drinnen etwas wohnlicher wird, haben die Türverkleidungen ihren Platz gefunden. Vorher habe ich sie natürlich penibel mit Schmutzradierer und Zahnbürste gereinigt. Zwischen Verkleidung und Türblech habe ich mit “Affenscheiße” von der Rolle noch eine Lage PE-Schaumstoff-Folie geklebt.

 

Das Kinomobilar im Fond ist ebenso komplettiert. Mit der Hutablage bin ich nicht so zufrieden. Das neue Kunstleder war leider immer noch zu dünn, weshalb die Abdrücke vom Käfig immernoch sichtbar sind.  Beim ersten Versuch habe ich unter das Kunstleder noch eine Lage Vlies geklebt, nur hat mir diese Polsterung noch weniger gefallen. Wie auch immer, wenn ich demnächst mal wieder ein paar Euros übrig habe, wird es wohl eine Repro-Hutablage werden.

 


Das war’s für diesen Monat. Ich hoffe, der Herbst hat mit seinen Temperaturen etwas Nachsicht und ich muss nicht wieder eine Thermoskanne zum Schrauben mitnehmen 😉

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