Ein Osterei auf Rädern

Am Ostermontag 2010 war es tatsächlich so weit: Der Kadett wechselt seinen Besitzer. Zwei Jahre nach unserem ersten Aufeinandertreffen hatte ich schon fast nicht mehr daran geglaubt.
Vorausgegangen waren ein paar Gespräche beim Bier in unserer Stammkneipe. Und die drehten sich eher um die physische Verfassung des Opels, als um den Kaufpreis. Jens’ Preisvorstellungen hatten sich im Laufe des des letzten halben Jahres nahezu halbiert. Ich kann nur vermuten, dass es schwierig war, im tiefsten Osten Deutschlands so ein Auto an den Mann zu bringen. Am Preis kann es fast nicht gelegen haben, denn der war absolut vertretbar. Deshalb wurde auch nicht gefeilscht.
Was den Zustand des Wagens betrifft, bin ich mangels Fachkenntnis natürlich sehr blauäugig herangegangen. Auf jeden Fall wurde eine neue Lackierung notwendig. Denn der mattschwarze Lkw-Lack war an einigen Stellen schon nicht mehr schön anzuschauen. “So so”, dachte ich mir, “dann geht’s ja. Das mit der Lackierung bekomme ich schon irgendwie hin.” Dabei hatte ich noch nie in meinem Leben mit einer Farbspritzpistole gearbeitet. Im Großen und Ganzen war es mir ja egal. Ich hätte ihn wahrscheinlich auch mit fellbezogenem Blechkleid gekauft. Ansonsten waren nur Kleinigkeiten zu erkennen. Der Kühler war an einer Steller undicht und die Batterie im Eimer. Gut war für mich, dass der Kadett mittlerweile eine Sportnockenwelle verpasst bekommen hat, d.h. mehr Leistung im oberen Drehzahlbereich.
Wir trafen uns also an besagtem Montag, um den Kaufvertrag zu unterschreiben. Keine halbe Stunde später bin ich mit meinem Neuerwerb vom Garagenhof gefahren.

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