Filmempfehlung: Beziehungskisten

Schon wieder ist es Dezember geworden und wo bei vielen Kollegen die Schraubersaison erst so richtig anfängt, zwingen mich die Gegebenheiten förmlich zur “Winterpause”. Wobei mich das in diesem Jahr weniger schmerzt, als noch 2017 oder 2016, schließlich sollten es nur noch Kleinigkeiten sein, die dann auch noch im Frühjahr erledigt werden können. Damit aber der “Kalte Entzug” auch für euch nicht ganz so hart wird, habe ich hier und heute zur Abwechslung mal eine kleine Filmempfehlung für euch.

Es ist immer wieder interessant, was beim Durchstöbern alter Festplatten ans Licht kommt. Fotos zum Beispiel. Ich habe sie zwar nie wirklich vermisst, aber trotzdem freue ich mich, dass sie über einige wenige oder gar schon viele Jahre hin erhalten geblieben sind. So habe ich, dem Zufall sei Dank, auch eine Datei mit dem Namen beziehungskisten_trailer.flv wieder entdeckt.

Ich konnte mich noch ganz schwach daran erinnern, dass vor einigen Jahren ein User im Kadett-C-Forum auf diesen Dokumentarfilm aus 2009 aufmerksam gemacht hat. Allerdings beschränkte sich meine Aufmerksamkeit damals wohl nur darauf, den Trailer herunterzuladen. Wahrscheinlich auch in der Annahme, dass ich eh früher oder später noch einmal auf diesen Film aufmerksam würde, sei es im Kino, im Fernsehen oder sonst wo. Augenscheinlich ist nichts davon eingetreten und ich musste also erst unser Kellerabteil aufräumen, damit mir der besagte Datenträger in die Hände fällt. Diese Umstände sind für mich Grund genug gewesen, mich nun endlich einmal näher mit dem Film zu beschäftigen.

“Beziehungskisten” (engl. Titel “Rolling Love Affair”) ist ein 54-minütiger Dokumentarfilm des Hamburgers Markus Fiedler, der im Rahmen seines Diplomstudiums an der Kölner Kunsthochschule für Medien entstand. Der Titel des Films kommt dabei nicht von ungefähr, denn er porträtiert in erster Linie fünf Leute und ihre rollenden “Beziehungskisten” (allesamt Opel aus den Siebzigern), ihre Leidenschaft für das gealterte Blech, gemachte Erfahrungen und bleibende Erinnerungen. Dabei bedeutet ein altes Auto nicht für jeden unter ihnen immer genau dasselbe. Wo der eine die Charta von Turin förmlich lebt und nach jeder neuen Fliege auf der Motorhaube hysterisch nach dem nächsten Putztuch greift, knibbelt der andere ganz genüsslich den blätternden Lack vom Blechkleid. Hier ein Überblick über alle Protagonisten:

  • Claudia Braasch und ihr GT:
  • Katharina Gormanns und ihr Commodore B GS/E:
  • Eva Stankowski und ihr Kadett C 1200S:
  • Denis Jähnchen und sein Rekord D 1900:
  • Jörg Seibt mit unzähligen “Leichen”, die auf ein zweites Leben warten:

Dass Markus Fiedler dabei den Fokus auf alte Opel gelegt hat, ist natürlich kein Zufall, denn dieses Roadmovie hat, wenn man so will, auch eine autobiographische Komponente: Er selbst hat ebenso seine Geschichte zu erzählen, “[…] die Geschichte eines goldenen 79er Opel Kadetts C, von dem es in der Familie des Filmemachers früher zwei exakt gleich aussehende Exemplare gab: Der eine gefahren vom Opa, der andere von der Patentante. Ihren hat er schließlich geerbt – und mit ihm etwas Unausgesprochenes.”

opelmagazin 01-2010

Quelle: Opelmagazin, Ausgabe 01/2010

Ich hoffe, ich habe euer Interesse geweckt und nun fragt ihr euch bereits, wie ihr in den Genuss dieser Doku kommt. Bei Amazon, Netflix und Co. werdet ihr leider nicht fündig werden, doch das ist halb so wild. Es bedarf lediglich einer kurzen freundlichen E-Mail an den Filmemacher und für 15 € plus Versand habt ihr ein paar Tage später eine DVD im Briefkasten. Die Kontaktdaten findet ihr auf www.reziprok-film.org.
Wer von euch dann noch nicht genug von “Beziehungskisten” bekommen hat, dem kann ich auch noch den dazugehörigen Soundtrack ans Herz legen. Den findet ihr auf www.xrfarflight.com.
Also dann, Film ab! 🙂
Screenshots: (c) Reziprok-Film

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