Baumpflege Teil 1

Obwohl der Kadett nicht viel davon besitzt, kommt man beim besten Willen nicht um ein bisschen Elektrik herum. Ich selbst bin zwar auf diesem Gebiet nicht gerade der Fernscheinwerfer, sondern höchtens das Standlicht. Doch dem Gottvater der Kfz-Literatur, Dieter Korp, und seiner millionenfach gedruckten Reihe “Jetzt helfe ich mir selbst” sei es gedankt, dass auch Leuten wie mich etwas auf die Sprünge geholfen werden kann. Den Band Nr. 62 “Elektrik am Auto” habe ich bei unserem Floß-Urlaub in Meck-Pomm quasi in drei Tagen inhaliert und fühle mich nun einigermaßen sicher, was den Stand der Technik der frühen Siebziger angeht.

IMG_20171029_124944_720Logischerweise habe ich mir zuerst den Motorkabelbaum vorgenommen. Der ist erstaunlicherweise noch relativ gut in Schuss, innen drin zumindest. Die Kunststoffummantelung ist derart versprödet, dass ich sie regelrecht abbrechen konnte. Soweit alle Litzen intakt waren, habe ich die Äste und Zweige gleich wieder mit COROPLAST 8551 Gewebeband eingewickelt.

Und dort, wo noch Handlungsbedarf bestand, habe ich die betroffenen Leitungen ausgetauscht und vernünftig verpresst. Dabei kam auch endlich mal meine tolle neue BGS Crimpzange zum Einsatz. Wer übrigens noch nach einem vernünftigen Lieferanten für alles rund um Kfz-Elektrik sucht, dem kann ich Kabel-Schmidt aus Heitersheim im Breisgau sehr empfehlen.

Zur Never-Ending-Story schien sich bis zuletzt auch die Suche nach brauchbaren Gurten zu entwickeln. Die “alten” Gurte mit langen gekröpften Laschen haben sich leider als Exemplare aus dem Manta/Ascona-Regal entpuppt. Also ging die Suche auf dem Gebrauchtteilemarkt los.  Auf meine Suchanfrage hin habe ich dann erstmal fälschlicherweise Gurte für hinten “angedreht” bekommen, welche natürlich sofort wieder Retoure gingen, weil sie a keine Umlenkung für die B-Säule besaßen und b sich nur im Liegen (auf der Hutablage) und nicht im Stehen abrollen ließen.
Der nächste Anbieter wollte mich dann um schlappe 100 Euro erleichtern. Doch alle guten Dinge sind drei. Und so habe ich dann doch noch ein paar vernünftige Gurte für kleines Geld bekommen. Diese wurden sogleich im Spülmittelbad geschrubbt, anschließend an der Spätsommersonne getrocknet und dann mit Silikonöl eingesprüht. Letzteres macht das Gurtband wieder schön geschmeidig und hinterlässt, wie einige jetzt sicher vermuten, keine Flecken auf der Kleidung.
Ich möchte auch noch kurz auf meine Gründe eingehen, warum ich nicht einfach neue Gurte einbaue. Ganz einfach, weil es dann auch hätte moderner Gurtschlösser bedurft, die aber leider nicht an den originalen Haltebügel auf den Kardantunnel passen.

Und es gibt noch mehr Sachen, die ich in den letzten Wochen gegen Geld getauscht habe. Einen BOSCH Anlasser, bei dem ich mir allerdings nicht ganz sicher bin, ob er wirklich fabrikneu oder nur aufgearbeitet ist. Letztenendes ist das aber wurscht, so lange er tut, was er soll. Ich wäre im Übrigen ganz froh, wenn mir dieses glückliche Schicksal auch bei einer Lichtmaschine noch mal widerfährt …

Und noch etwas Altopel-Goldstaub hinterher, in Form von intakten Angstgriffen für den Dachhimmel. Es ist wirklich unglaublich, wie wenige davon scheinbar noch erhalten geblieben sind. Der Laie greift sich nun sicherlich an der Kopf und denkt, “wie sehen die denn aus?!”. Aber keine Sorge, Geschirrspüler, Verdünnung und Schmutzradierer lassen die Teile wieder in strahlendem “Altweiß” glänzen. Ihr werdet es ja dann sehen …

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Soweit war es das für den Moment. Ihr hört wieder im November von mir. Bis dahin!

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